Hintergründe

Weshalb ist der Schmetterling wichtig?

Nicht nur Bienen, sondern auch Schmetterlinge sind sehr wichtig für die Bestäubung von vielen Pflanzen. Die Anpassung der Blumen an einzelne Bestäubergruppen hat zu bestimmten Merkmalen der Blüten geführt. Dadurch können nur bestimmte Schmetterlingsarten diese Blüten bestäuben. Fehlen diese Schmetterlinge, verschwinden auch die Blumen. Zudem würde ohne diese Insekten ein wichtiger Teil im Ökosystem fehlen. In der Nahrungsmittelproduktion könnte es demnach in Zukunft zu Engpässen kommen.

Anhand von Schmetterlingen kann der Zustand der Biodiversität und die generelle Gesundheit der Ökosysteme gemessen werden. Schmetterlinge sind wichtige Kennarten für die Beurteilung des Gesundheitszustandes von Lebensräumen. Sie werden nebst anderen sogenannten Charakterarten für die wissenschaftliche Einschätzung der Gesundheit von Ökosystemen verwendet.

Bedrohte Lebensräume

Immer mehr Tierarten sind vom Aussterben bedroht und befinden sich deshalb
im Index der bedrohten Tierarten (Rote Liste). Auf dieser Liste sind auch viele Schmetterlingsarten aufgeführt.

In der modernen Landwirtschaft, bei der viele Umweltgifte eingesetzt werden und Monokulturen vorherrschen, verlieren leider viele Insekten ihr Habitat.

Viele einheimische Tagfalter sind heute aus ihren angestammten Lebensräumen verschwunden oder so stark dezimiert, dass ihr Überleben fraglich erscheint. Einige Arten sind bereits ausgestorben. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Hauptursache liegt in der Zerstörung ihrer Lebensräume.

In der Schweiz leben ca. 3600 verschiedene Arten. Leider ist der Rückgang der Schmetterlinge besonders augenfällig. Keine andere Tiergruppe hat in den letzten Jahrzehnten so grosse Einbussen erlitten wie die der Tagfalter. 1994 standen 113 von 196 Arten auf der Roten Liste. Seit 2002 benötigen 56 dieser Tagfalterarten (29%) ein Schutzprogramm, um zu überleben. Viele früher weit verbreiteten Arten sind selten geworden oder gar akut bedroht. Moore, lichte Wälder und Auen sind verschwunden. Die Landwirtschaft ist viel zu intensiv. Das Mittelland ist eine Agrarwüste, zerschnitten von Siedlungsbrei und Verkehrswegen. Gärten und Parks mit exotischem Grün tragen dazu bei, dass es für Schmetterlinge keinen Platz mehr hat.